PV-Anlage reinigen – ja oder nein?

Wir erklären Ihnen hier, warum Sie nur bei hartnäckiger Verschmutzung PV-Anlagen auf Flachdächern mit Südausrichtung reinigen sollten und woran sie erkennen, wann eine Reinigung fällig ist.

Abschattung einzelner Zellen durch anwachsende Verschmutzungen

 

Viele Photovoltaik-Anlagenbetreiber gehen davon aus, dass der Regen die Verschmutzung, die sich auf der Anlage niederschlägt, einfach abwäscht. Das stimmt für den Fall, in dem die Anlage mit einem großen Neigungswinkel (über 12° in unseren Breiten) installiert wurde und die Module keinen Rahmen haben.
Wenn die Module allerdings mit einer kleineren Neigung installiert wurden, oder wenn sie einen Rahmen besitzen, wird der Schmutz durch Regen oder Schnee nicht vollständig von der Moduloberfläche abtransportiert und kann, nachdem er einige Zeit angewachsen ist, einzelne Solarzellen, aus denen das Modul zusammengesetzt ist, dauerhaft abschatten. Dann ist eine Reinigung der Solarmodule sinnvoll. Denn sind Zellen dauerhaft abgeschattet, können sogenannte Hot Spots auftreten. Letztere sind dafür verantwortlich, dass die betroffenen Zellen oder im ungünstigsten Fall sogar das ganze Modul keinen Strom mehr erzeugen kann und damit endgültig ausfällt.

Hierbei entstehen oft erhebliche Ertragseinbußen, auch weil moderne Anlagen überhitzte Module automatisch abschalten. Man verhindert dies, indem man die Photovoltaikanlage regelmäßig inspiziert und gegebenenfalls reinigt. Auch Kalkflecken, Befestigungsklammern bei Dünnschichtmodulen oder Reste von nicht abgereinigten Verschmutzungen können Ausgangspunkte für wachsende Verschmutzungen sein.

Auf der Abbildung können Sie die wachsende Verschmutzung am Modulrahmen erkennen. Erreicht dieser Schmutzrand die Solarzellen, können diese keinen Strom mehr produzieren und fallen somit aus.

In diesem Fall hat die Installationsfirma im Rahmen ihres Wartungsservices eine Reinigung empfohlen, um den Wert der PV-Anlage und deren Strom-Erträge zu sichern.

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Funktioniert ein Teil eines Solarmoduls nicht, so verhält sich diese Solarzelle physikalisch wie ein Ohm’scher Widerstand. Die anderen Zellen des Moduls produzieren weiterhin Strom, welcher zusätzlich durch die benachbarten Solarzellen fließt. Die Folge: Die intakten Zellen erhitzen sich und können dabei ganz zerstört werden.

Auch dieses Phänomen kann durch Wärmebildkameras sichtbar gemacht werden.

Abschattung einzelner Zellen durch große Verschmutzungen

Solarzellen können auch durch großflächige Verschmutzungen wie Vogelkot oder Blätter abgedeckt werden. Selbst wenn Regen den Vogelkot (Abb. 1) größtenteils abwäscht, verbleibt oft eine hartnäckige Verkrustung (Abb. 2), auf der gerne Schmutzpartikel anhaften. Die Auswirkungen sind auch hier: Entstehung von Hotspots durch Abschattung der Zellen. Es kann zum Ausfall der Stromerzeugung kommen. Bei einer Inspektion würde man zu einer Reinigung der Anlage raten.

Fazit: Derartige Verschmutzungen können nicht verhindert werden. Um die daraus resultierenden Ertragsverluste zu verhindern, muss daher die PV-Anlage regelmäßig inspiziert werden und bei Bedarf gereinigt werden.

 

Flächige Verschmutzung

Fahren Sie mit einem weißen Papierhandtuch über ein ungereinigtes Modul.
Das Ergebnis sehen Sie auf dem Papier.

Hier handelt es sich um leichte Verschmutzung der ganzen Modul-Fläche. Diese Verschmutzung entsteht aus dem, was sich aus der Luft auf der Fläche niederschlägt und liegt meist locker auf der Oberfläche. In diesem Fall wurde ein Teil der Verschmutzung evtl. durch Regen beseitigt. Hier haben Sie nur geringe Ertragseinbußen (1-3%) und eine Reinigung der PV-Anlage lohnt sich nicht, soweit nicht noch andere, gravierende Verschmutzungen vorliegen.

Sollte sich jedoch eine fettige oder flächige Verschmutzung aufgebaut haben, die über das auf der Abbildung beschriebene Maß hinausgeht, kann eine Reinigung der PV-Anlage aufgrund der flächigen Verschmutzung erforderlich sein.