Wertverlust der PV-Anlage durch falsche Reinigung

Das Reinigen von PV-Anlagen erfordert ein ausgeklügeltes Verfahren um hartnäckigen Schmutz – wie Vogelkot oder anwachsende Verschmutzungen – schonend und mühelos zu entfernen. Werden hier Fehler gemacht, können die Panels verkratzen oder sie werden nicht vollständig sauber. Beides führt zu Ertragseinbußen und Wertverlust. Um solche Fehler zu vermeiden, sehen Sie sich unser Video an.

 

Die Module nicht vorwässern

Vor der Reinigung müssen Solarmodule gewässert werden. Dies hilft dem Reinigungsmittel, in die verschmutzten Bereiche einzudringen und verhindert, dass die Reinigungsmittellösung (Waschflotte) zu schnell eintrocknet.

Zu wenig Wasser bei der Reinigung verwenden

Die Verschmutzung auf Solarmodulen enthält meist auch sandartige, harte Bestandteile. Wird bei der Reinigung zu wenig Wasser verwendet, kann es wegen der Schmirgelwirkung zu Schäden am Glas kommen. Bei rotierenden Bürsten mit zu geringer Wasserversorgung ist diese Gefahr besonders groß.

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In der Praxis werden immer wieder Photovoltaikanlagen bekannt, die nach einer Reinigung mit zu geringer Wasserversorgung schnell wieder verschmutzen.
Oft sind hierbei Bürstenspuren erkennbar, da die mechanische Einwirkung vor allem bei rotierenden Bürstensystemen erheblich ist.
Die Abbildung zeigt solch ein Beispiel: Die dunklen Flecken in der oberen rechten Ecke des Bildes sind Verschmutzungen, die aufgrund der Bürstenspuren enststanden sind.

 

Zu wenig Wasser beim Abspülen verwenden

Wird zu wenig Wasser beim Abspülen verwendet, können Schmutzbestandteile auf der Moduloberfläche verbleiben und eintrocknen. Diese Schmutzbestanteile lassen sich meist weniger gut als die ursprüngliche Verschmutzung entfernen. Sie sind die Keimzellen für eine schnelle Wiederverschmutzung.

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Beim Einsatz von destilliertem oder vollentsalztem Wasser zur Reinigung wird mehr Wasser für das Abspülen benötigt als bei der Reinigung mit Reinigungsmitteln. Das liegt daran, dass das Schmutztragevermögen von reinem Wasser schlechter ist.

Bitte lesen Sie auch unsere Empfehlungen:
Wie reinige ich richtig oder warum und wann soll ich Solarmodule reinigen.

Benötigte Menge Wasser je PV Modul mit 1,6 qm:
ca. 7 ltr. bei der Mopp-Methode
ca. 19 ltr. bei der Bürsten-Methode

Rechnen Sie mit ca. 500-600 ltr. benötigtem Wasser je Stunde Reinigungsarbeit.

Kalkhaltiges Wasser auf dem Solarmodul auftrocknen lassen

Lässt man kalkhaltiges Wasser auf dem Glas trocknen, entstehen Kalkablagerungen, auf denen Schmutz besser als auf glatten Glasoberflächen anhaften kann. Diese Stellen sind Keimzellen für die erneute Wiederverschmutzung.

Bei der Verdunstung von destilliertem oder vollentsalztem Wasser oder bei der Verwendung von Solodon Eco Panel Cleaner entstehen keine Kalkflecken bei der Trocknung. Allerdings können hier bei nicht ausreichender Spülung dennoch Flecken verbleiben, weil dieses reine Wasser natürlich gelöste Schmutzbestandteile von der Moduloberfläche enthält. Schmutzreste, die nach dem Verdunsten auf der Oberfläche verbleiben.

Fehler bei der Verwendung von rotierenden Bürsten

  • Einsatz von rotierenden Bürsten vor Wasserversorgung: Setzt die Rotation auf einer verschmutzten Glasfläche vor der Wasserversorgung ein und/oder bevor genügend Reinigungsflüssigkeit die Verschmutzung auf der Oberfläche des Panels durchdringen und damit mobil machen konnte, verkratzen die Schmutzpartikel durch die Bürstenbewegung die Glasoberfläche. Die Folge: Die beschädigte Glasoberfläche verschmutzt schneller. Die nächste Reinigung wird früher erforderlich.
  • Sehr schnelle Rotation der Bürsten: Dreht sich die Bürste sehr schnell, so arbeitet sie sich unter den Wasserfilm. Bei starker Verschmutzung der Glasoberfläche tritt somit der gleiche Effekt wie im o. g. Punkt auf: die Schmutzpartikel verkratzen durch die Bürstenbewegung die Glasoberfläche.
  • Wassersparen beim Verwenden von rotierenden Bürsten: Bei der Verwendung von rotierenden Bürsten – unabhängig von der Drehzahl dieser – ist ausgiebiges Vorwässern und ausreichende Einwirkzeit essentiell für eine schonende Reinigung. Mit ausschlaggebend für den korrekten Wassereinsatz sind weiterhin Faktoren wie Verschmutzungsgrad, Witterung und Dachneigung. Je nachdem wie stark oder eingetrocknet der Schmutz ist oder wie die Außentemperaturen im konkreten Fall sind, muss die Wassermenge entsprechend angepasst werden. Fazit: Wassersparen ist in der Photovoltaik-Reinigung in jedem Fall kontraproduktiv. In der Regel braucht man zwischen 7 und 19 ltr. Wasser zum Reinigen eines Moduls.

Verschmutzte Solarmodule nicht reinigen

Reinigt man verschmutzte Module nicht, kann unterhalb der angesammelten Schmutzschichten Glaskorrosion auftreten. Das Glas wird an diesen Stellen vom Schmutz quasi aufgefressen. Es verbleibt eine unebene Oberfläche, die sehr schnell wiederverschmutzt.

 

In der prallen Sonne reinigen

Reinigt man in der prallen Sonne, verdunstet die Reinigungsflotte oder das Wasser eher, als dass es abläuft. Schmutz- oder Reinigungsmittelreste auf der Moduloberfläche sind die Folge.